Ich saß da, vor dem leeren Bildschirm, und tippte: asdas. Nicht einmal ein Wort. Nur Buchstaben, die meine Finger fanden, weil sie irgendwo landen mussten.
Die Deadline saß neben mir. Unsichtbar, aber ganz offensichtlich vorwurfsvoll.
Ich tippte noch einmal: asdas. Als könnte die Wiederholung etwas bedeuten. Als würde sich aus diesem Nichts eine Form erheben, wenn ich nur lange genug wartete.
Draußen fuhr ein Bus vorbei. Jemand lachte auf der Straße. Die Welt machte weiter, während ich hier saß und Buchstaben aneinanderreihte, die niemand lesen würde.
Asdas. Zwei Silben, wenn man großzügig war. Ein Rhythmus ohne Melodie.
Die Tastatur klickte leise. Sie stellte keine Fragen. Sie wartete einfach. Geduldig, wie nur Dinge geduldig sein können. Ich beneidete sie dafür.
Früher hatte ich Angst vor der leeren Seite. Jetzt hatte ich Angst vor dem, was ich darauf schreiben könnte. Vor den falschen Worten, den zu lauten, den zu leisen. Vor allem, was nach asdas kommen müsste.
Aber die Tastatur wartete weiter.
Und plötzlich – ich weiß nicht warum – fingen meine Finger an zu schreiben. Nicht asdas. Etwas anderes. Worte, die ich nicht geplant hatte. Sätze, die sich selbst fanden. Die Deadline rutschte ein Stück zur Seite. Machte Platz.
Vielleicht war das der Deal zwischen uns: Ich musste erst das Nichts tippen, das asdas, damit die Tastatur verstand, dass ich bereit war. Dass ich ihr vertraute.
Jetzt tippe ich, und sie trägt mich. Wir machen das zusammen.
Später werde ich asdas löschen. Aber jetzt noch nicht. Jetzt steht es noch da, am Anfang, wie ein kleines Geständnis. Wie die Spur von jemandem, der nicht wusste, wo er hinwollte, aber trotzdem losging.